Donnerstag, 16.05.2013

Lettland gilt als „singende Nation“. Was bedeutet das eigentlich genau? Welche Rolle spielt Gesang in Ihrer Heimat und wie sieht die Vokalmusiklandschaft Lettlands (vielleicht auch im Vergleich zu der Zeit unter sowjetischer Besatzung) aus?
Ja, Lettland ist „das Land, das singt“. Wir sind sehr stolz auf den Grund, warum andere Länder das so sagen. Aller vier Jahre findet das Lettische Sängerfest statt, das über 15.000 Sänger und Sängerinnen der Chöre Lettlands auf eine Bühne bringt. Das Fest wurde 1873 ins Leben gerufen und ausgehend von diesem Ereignis hat sich unsere Gesangskultur entwickelt. Zu unserem musikalischen Erbe gehören zwei Millionen Volkslieder und viele davon stammen noch aus sehr alten Tagen.
Diese Lieder beschreiben all die verschiedenen Lebensverhältnisse im Laufe unserer Geschichte und haben nach wie vor große Bedeutung für uns. Als Lettland unter sowjetischer Besatzung war, wurde das musikalische Umfeld von Zensur bestimmt, weshalb viele Komponisten ihre Musik mit versteckten Symbolen versahen. Jeder patriotische Lette kannte die Bedeutung dieser Symbole und dadurch begann eine musikalische Revolution, die uns mehr oder minder direkt die Freiheit wiedergebracht hat. Heutzutage leben etwa zwei Millionen Menschen in Lettland und für so ein kleines Land ist es ein großer Erfolg, so viele weltberühmte Musiker wie Elīna Garanča, Andris Nelsons oder Maris Jansons zu haben.
Das ausführliche Interview von Latvian Voices und allen weiteren Ensemble-Interviews finden Sie im Festival-Magazin 2013 und ab 21.05.2013 auch hier online in der Rubrik Interviews. Schauen Sie doch zur gegebenen Zeit wieder vorbei.