Rezension: Spaß mit Füenf

Wer nach diesem Konzert mit schlechter Laune die proppenvolle Alte Handelsbörse verließ, kann nicht richtig dabei gewesen sein! Denn was das Quintett „Füenf“ aus Stuttgart an diesem Sonntag auf die Leipziger „a cappella“-Festivalbühne gezaubert hat, brachte nicht nur das eine oder andere Lächeln, sondern sicher auch einige Lachtränen hervor.

Gleich zu Beginn starten die fünf jung gebliebenen Sänger mit so viel Schwung, Elan und guter Laune in ihr Programm, dass sie sofort die volle Aufmerksamkeit des breit gefächerten Publikums genießen, das von Säuglingen bis Rentnern alles umfasst. Viele Stücke bestehen nicht einfach nur aus einem Song, sondern sind oftmals ein Mix aus verschiedenen Popsongs, die thematisch umgedichtet und mit passenden locker leichten Choreographien verkörpert werden. Meist verwendet das Ensemble Songs aus den 80ern, 90ern und aus den aktuellen Charts, die den meisten noch gut im Ohr, aber dennoch teilweise kaum wiederzuerkennen sind.

Man merkt schnell, dass sich jeder einzelne der Sänger nicht zu ernst nimmt, für keine Selbstironie zu schade ist und alle zusammen wunderbar auf der Bühne harmonieren. Wahrscheinlich macht vor allem das auch die Gelassenheit, der unverwechselbare Hüftschwung sowie die urkomische, immer zum Song passende Mimik und Gestik bei den Herren aus. Diese Lockerheit springt schnell auf das Publikum über, denn schon während des ersten Stücks kann man zum Takt wippende Beine und nickende Köpfe im Publikum sehen. Es dauert nicht viel länger, da tanzt die erste junge „a cappella“-Festivalbesucherin im Gang und zeigt einige ihrer schönsten Drehungen. Auch Füenf zeigt sich begeistert von seinem Publikum, welches sich nicht zweimal zum Mitklatschen und Mitsingen auffordern lässt.

Dank der ständigen Interaktionen von den Sängern sowohl mit den Kindern als auch Erwachsenen im Publikum entsteht schnell eine vertraute, ausgelassene Atmosphäre. Spätestens, als „Dottore Basso“ seine Performance als menschlichen Gong perfektioniert, kann sich das Publikum auch während des Stücks mit Applaus und Jubel nicht mehr zurückhalten. Und ob Patrick Lindner eigentlich weiß wie viel seiner Bekanntheit er Füenf verdankt?! Man wagt es zu bezweifeln! Ein aus Titeln von Lindners Singles zusammengetexteter Song, welchen am Ende der gesamte Saal lauthals mitsingen kann, wird wohl vor allem den kleineren Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben. Ein Stück ohne mindestens einmal lautem Gelächter mitten drin konnte an diesem Nachmittag mit Sicherheit nicht verzeichnet werden, denn „All you need is Horst!“.

 

Autor: Svantje Carlotta Lehmann