Rezension: Nun bleibt nicht mehr viel Luft nach oben

Im Leipziger A CAPPELLA Show Case zeigt der Vokalnachwuchs Erlerntes

 

Gleich im Anschluss an den A CAPPELLA Workshop wird den sechs Nachwuchsensembles, welche sich fĂŒr die Endrunde des A CAPPELLA Wettbewerbs qualifiziert hatten,

die Möglichkeit geboten, ihre neuen Erkenntnisse und Verbesserungen, welche sie in Zusammenarbeit mit Vokaljazz-Profi Dr. Matthias Becker gewonnen haben, dem Publikum im erstmals stattfindenden A CAPPELLA Showcase zu prÀsentieren. Dieses zeigt sich merklich gespannt an diesem Samstagnachmittag in der ausverkauften Alten Handelsbörse zu Leipzig.

 

Einen souverĂ€nen Start legt das Ensemble Encore aus Stuttgart hin. Schnell merkt man eine Steigerung zum Wettbewerb. Bei den StĂŒcken „Wer nur den lieben Gott lĂ€sst walten“ sowie „Die Elenden sollen essen“ wirkt das Sextett sehr dynamisch und motiviert sowie deutlich entspannter als noch am ersten Wettbewerbstag, wodurch schnell auch eine zufriedene AtmosphĂ€re in dem Saal entsteht.

 

Anschließend betritt das Ensemble Fimmadur aus Leipzig die BĂŒhne. Becker erlaubt sich die Bemerkung, dass die Zusammensetzung aus 4 MĂ€nnern und einer Frau eher ungewöhnlich sei, was aber laut des Baritons Julius Sattler dem Ensemble eine musikalische Vielseitigkeit ermöglicht, die das Publikum anschließend zu hören bekommt. Mit „Joshua fit the Battle of Jericho“ und „And so it goes“ begeistert das junge Quintett sein Publikum. WĂ€hrend des zweiten StĂŒckes entsteht eine so wunderbar mit GefĂŒhl bereicherte AtmosphĂ€re im Saal, die von viel Applaus, Pfiffen und Jubel durch das Publikum am Ende unterstrichen wird.

 

Es folgt das Ensemble Walhalla zum Seidlwirt aus Berlin, ein rein mĂ€nnliches Quartett. Mit sehr viel GefĂŒhl und einer spielerischen WandlungsfĂ€higkeit der LautstĂ€rken ihrer Stimmen bannen sie das Publikum mit dem StĂŒck „Das Lieben bringt groß Freud“. Ihr Auftritt wird durch das vielschichtige StĂŒck „Jodlabuam“ beendet, das dem Publikum das eine oder andere Kichern entlockt und in eine frohgesinnte Stimmung versetzt.

 

Kontrastreich geht es weiter mit dem Septett Octavians aus Jena, welche ebenfalls ausschließlich aus mĂ€nnlichen Stimmen besteht. Sie begeistern das Publikum mit einem eigens fĂŒr diesen Wettbewerb komponierten StĂŒck namens „Hey Ho“, welches sie professionell, geschmeidig und lebhaft vortragen. Abschließend kommt das Publikum in den Genuss einer Interpretation von Simon and Garfunkels „Scarborough Fair“ und bedankt sich dafĂŒr mit viel Applaus und Jubelrufen.

 

Mit Quintense kommen anschließend Leipziger auf die BĂŒhne. Das Quintett trĂ€gt zunĂ€chst eine Interpretation von Phil Collins „Another Day in Paradise“ vor. Von der gefĂŒhlvollen und dennoch leicht wirkenden Performance zeigt sich das Publikum begeistert und belohnt das Ensemble mit viel Applaus. Es folgt „I wish“ von Stevie Wonder, was Matthias Becker abschließend mit hoher Vokalkunst der leichten Muse kommentiert - ein großes Lob fĂŒr das junge Ensemble.

 

Abschließend verzaubert das Sextett Soundescape aus Köln noch das Publikum. Das Versprechen, dass der Name Programm sei, lösen die jungen SĂ€ngerinnen und SĂ€nger schnell mit dem Lied „Both Sides Now“ ein. Obwohl das Ensemble normalerweise nur verstĂ€rkt auftritt, zeigt sich das Publikum hörbar durch lauten Applaus begeistert. Den A CAPPELLA Showcase beenden sie mit Bruno Mars’ „Uptown Funk“, welcher das Publikum mit viel guter Laune und Schwung in den jungen Abend entlĂ€sst.

 

Die wenigen wĂ€hrend des A CAPPELLA Workshops geĂ€ußerten Kritikpunkte von Seiten Matthias Beckers an die Ensembles haben sich diese spĂŒrbar zu Herzen genommen. Obwohl sie bereits wĂ€hrend des A CAPPELLA Wettbewerbs sowohl Jury als auch Publikum begeisterten, erreichten einige der Ensembles selbst in den Ohren des Fachmanns Matthias Becker nahezu Perfektion. Es bleibt zu hoffen, dass wir, wie Matthias Becker es schon beinahe prophezeite, in Zukunft noch viel von den Ensembles hören werden.

 

Autor: Svantje Carlotta Lehmann